Komm auf die dunkle Schokoladenseite!
April 2010 | Meinung von Claudia Loewe | Neue Artikel per Mail erhaltenWas haben glasierte Schokoladendrops mit Horrorfilmen zu tun? Diese Frage mag sich dem internetaffinen Spielwütigen stellen, wenn er auf der Seite von M&M’s in der Spielerubrik über das Game “50 Dark Movies” stolpert. Wenn ich mein – zugegeben bescheidenes – Wissen in Sachen gruseliger Filmproduktionen aktiviere, fällt mir jedenfalls kein Streifen ein, in dem die Protagonisten durch kleine runde Süßigkeiten zu Tode kommen. Des Rätsels Lösung ist im konkreten Fall jedoch denkbar simpel: um eine weitere Sorte der Schokolinsen, die bekanntlich im Mund und nicht in der Hand schmelzen, mit einem Corporate Game zu promoten, wurde angesichts der Hauptzutat Zartbitterschokolade das düstere Filmgenre gewählt. Irgendwie naheliegend, sind M&M’s als Begleitsnack zum Filmvergnügen ohnehin schon zu einem Klassiker geworden.
Wer eingedenk der Grusel-Thematik des Spiels eine Jagd auf Zombies erwartet oder sich auf ein Monstergemetzel freut, wird leider enttäuscht. Vielmehr ist das persönliche cineastische Wissen gefragt – damit sich auch kein minderjähriger Horrorfilmfan einklicken kann, geht dem Spielspaß eine Altersabfrage voraus. In einem detailreichen Gemälde wurden bildliche Hinweise auf die Titel verschiedener Horror- und Gruselfilme eingebettet. Nun gilt es, die insgesamt 50 Anhaltspunkte zu finden, anzuklicken und in das sich öffnende Feld den (englischen) Titel des damit beschriebenen Films einzugeben. Liegt man richtig, färbt sich der Bildhinweis grau und es wandert ein weiterer Punkt aufs Spielerkonto. Wer beim Bilderquiz besonders flott zu Werke geht, wird in eine Bestenliste aufgenommen.

Für Leute, die mit Freddy Krueger und Co. nicht auf Du und Du sind, gestaltet sich die Lösung bisweilen knifflig, zumal der eine oder andere Hinweise einiges an Hirnakrobatik voraussetzt, bevor sich dem Spieler die Lösung erschließt. Ich gebe offen zu, dass ich beispielsweise an der älteren Dame mit zwei Kleinkindern an der Hand – zu finden in der unteren Bildmitte – sowie an dem Häuschen neben den Mailkolben schlichtweg gescheitert bin. Dafür kann ich als Waschlappen, der Horrorfilme meist nur mit geschlossenen Augen und Fingern in den Ohren erträgt, mit einem gewissen Stolz behaupten, dass ich “The Lost Boys”, “The Candyman” und “Rosemary’s Baby” auf Anhieb entschlüsselt habe. Okay, keine wirkliche Leistung, zumal ich viel zu lange für die komplette Lösung gebraucht habe, als dass ich einen Platz in der Hall of Fame verdient hätte. Und notfalls gibt es ja auch fachkundige Menschen, die bei der Lösung in gewisser Weise inspirierend wirken. Also nichts wie auf zum Horrorfilmregal in der nächsten Videothek, um die Wissenslücken auszumerzen!
[Bildquelle: Screenshot http://mms.com/us]
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