Branntweinsubstitut
Juni 2009 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhaltenZur Zeit der napoleonischen Eroberungsstürme oder des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges reichten ja, wie eindeutig bei good old Schiller nachzulesen, ein paar Kannen Branntwein aus und schon war man, oft auch ungewollt, drinne. Im Heer. Und kämpfte für Gott und Staat und Mietvertrag gegen musketenbewehrte Gegner, die ebenfalls oft nur zur falschen Zeit am falschen Ort den falschen Pegel hielten. Heutzutage haben sich die Rekrutierungsmethoden gottseidank geändert, die Nachwuchssorgen, vor allem in westlichen Verteidigungsstreitkräften, sind geblieben. Und wenn Geld, Karierrechancen und günstige LKW-Führerscheine nicht mehr ausreichen, die Generation Flatrate (also doch Branntwein?) vom Pausenhof in die Kaserne zu locken, dann eben so.

Die schwedischen Streitkräfte hauen dem User ein Corporate Game um die Ohren, das sich sowohl innovations- als auch umsetzungstechnisch betrachtet für die nächste Zeit getrost auf den Genrethron hocken darf. Mehr kann man prinzipiell auch nicht verraten, als dass das Game eine Art Hybridwesen aus den Stimmungssphären von Alien 1, SAW, Zodiac und Die üblichen Verdächtigen darstellt, das durch Elemente der Incredible Machine und irgendeiner Sherlock Holmes Erzählung ergänzt wurde, auf halben Weg allerdings vom KGB gekidnappt wurde, um auf der Area 51 seinen letzten Feinschliff zu erhalten. Es ist schlichtweg unheimlich gut gemacht. Und schon biste drin, in der Army now.
PS. Wermutstropfen: Ein paar Happen nordeuropäischer Morphologie (schwedisch, dänisch, norwegisch) muss man für den vollen Genuss der Website allerdings mitbringen.

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[...] aber auch noch etwas anderes deutlich: Corporate Games treten, auch ohne unbedingt der letzte Innovationsbolzen sein zu müssen, langsam aber sicher aus der inspirationslosen Tetris-Nische heraus. RWE’s [...]