Bittersüßes Männermorden
September 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhalten
Sie kennen doch bestimmt die unzähligen ausgefallenen Werbespots und Kampagnen von AXE, der Männerdeomarke. Um den Bamchickawawa-Erfolg einigermaßen zu toppen, haben sich die vermeintlich männlichen Art Directors schon vor einer Weile die Figur des unwiderstehlichen Schokoladenmannes überlegt, zumindest vor dem Kastagnetten-Fiasko.Im Zuge der Schokomannkampagne gibt es natürlich auch ein Spiel. Vorab sei schon einmal gesagt: Im Vergleich zu den meisten Corporate Games ist die Grafik fast beeindruckend und SIMS2-ähnlich aufgebaut. Außerdem gibt es die Möglichkeit, das ganz im Vollscreen und in hoher Auflösung zu spielen, was bei einem 24 Zoll-Monitor recht eindrucksvoll ist.
Sinn und Zweck des Spieles ist, als AXE-bestäubter Schokimann vor unterzuckerten, lechzenden Frauen zu flüchten, ohne dabei alle Gliedmaßen zu verlieren. Es schien mir bei all den gierigen Weibsbildern ehrlichgesagt schier unmöglich, meine Arme und Beine zu behalten. Irgendwann hüpfte dann der trostlose Torso meiner Spielfigur hilflos durch die Gassen. Als dann am Ende des Spieles meinem bedauernswerten Schokomann nur noch der knackig braune Kopf zur Fortbewegung blieb, kam mir das Ganze doch schon ein klein wenig morbide vor. Und die Moral von der Geschicht’: Lieber unscheinbar sein als von einer schokirünstigen Frauenschar aufgefressen zu werden. Das Spiel ist definitiv nichts für Diätler, Diabetiker oder Schokomenschenrechtler. Dennoch: Die Idee ist lustig, die Umsetzung gut und das Spiel sticht auf jeden Fall aus einer Masse durchschnittlicher Corporate Games hervor.



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