Leck-Spiele in der Keksfabrik
Januar 2010 | Meinung von Katja Kretschmar | Neue Artikel per Mail erhalten
Wenn sie meinen, das ist der Titel eines Porno-Films, in dem der Hauptdarsteller einen griechischen Gott verkörpert, haben sie sich gründlich geirrt. Denn hier geht es ausschließlich um die kleinen schwarzen Schoko-Kekse aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In puncto OREO kennt wohl jeder irgendjemanden, der sofort in kreischende Verzückung verfällt, wenn der Name auch nur andeutungsweise in der Nähe ausgesprochen wird.
Um auch weiterhin derart fett im Gespräch, oder, noch besser, in aller Munde zu bleiben, hat man sich bei den OREO-Keksern was ganz Besonderes ausgedacht. Es gibt seit einiger Zeit zwei Advergames, bei denen man entweder auf Zeit mit einer virtuellen Zunge Kekse ablecken muss oder bei einem sehr seltsamen Renn-Spiel sein Glück versuchen kann. In der 2008 gegründeten DSRL (Double Stuf Racing League) spielen seitdem Fans der geschmacklich-kaum-zu-definierenden Kekse gegeneinander. Sieger ist, wer am schnellsten Kekse aufmachen, ablecken, in Milch tunken und aufessen kann. Jummy.
Und nun, mit der grandiosen Weltneuheits-Einführung gelber OREO-Kekse, interessierten sich auch der eigentlich schon schwerreiche Donald Trump und dessen Partner Darrell Hammond für das Ganze und man forderte Peyton und Eli Mannings mit irgendwelchen vorgeschobenen Gründen zum Kekse-Lecken heraus. Am 24. Januar fand der Leck-Spaß dann statt und nach dem Sieg der Mannings-Brüder wurden amerikanische OREO-Fans, die im Facebook den Keks-Dingern ihre Liebe ausgedrückt haben, mit 150.000 Frei-Keks-Packungen der gelben Sorte belohnt. Denn die Mannings deklassierten die Trumps und lauter – wahrscheinlich ohnehin schon mehr oder weniger korpulente – Amerikaner können sich just in diesem Moment über noch mehr anrollende, zuckerbedingte Pfunde freuen.
Alles in allem: viel Lärm um nicht viel. Und von den Frei-Keksen haben wir auch nichts. Aber Amis wären keine Amis, wenn man solch ein Spektakel nicht auch gleich werbetechnisch nutzen würde, oder ist es andersherum? Das Ganze ist jedenfalls sooo typisch amerikanisch, irgendwie aber auch schon wieder recht lustig. Denn im Büro, wenn man gerade mal wieder zu wenig Zucker parat hat, um die grauen Zellen anzuschubsen, hilft es dann vielleicht, zwischendurch ein paar virtuelle Kekse abzulecken. Der Figur schadet es jedenfalls nicht.
Von daher, Leute: Ready for Lick-off?
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