Feuer frei auf brüllende Bayern!
Juli 2010 | Meinung von Claudia Loewe | Neue Artikel per Mail erhaltenKillerspiele sind böse und züchten potentielle Amokläufer heran. Wer in Counterstrike fiese Terroristenschlingel abmurkst, ist per se ein Fall für den Psychodoc. Und überhaupt sind Menschen vor Spielekonsolen und Co. gaaanz gefährliche Zeitgenossen. Ist klar, wissen wir ja alle. Total in Ordnung ist es hingegen, schnuffeligen Fabelwesen aus der Alpenregion – dem Durchschnittsbayern als Wolpertinger bekannt – ordentlich eins mit der Schrotflinte überzubraten. Anders kann ich mir jedenfalls die Daseinsberechtigung des Browserspiels “Wolpertinger Hatz” nicht erklären.

Selbiges haben die Handyverticker von klarmobil nämlich auf ihrer Webseite unter der Rubrik “Spaß” zur Kundenbelustigung im Angebot. Wer also von Grundgebühren, Mindestvertragslaufzeit und anderen Geißeln der Mobilfunkwelt ordentlich die Nase voll hat, kann sich im Ballergame mal richtig den Frust von der Seele schießen. Möglicherweise gehöre ich zur seltenen Gattung der friedliebenden Mobilfunknutzer, die bei bloßer Erwähnung oben genannter Schlagwörter nicht sofort die Knarre rausholen. Andererseits… Ein klarmobil-Werbespot mit dem cholerischen Alpenbewohner im Trachtenlook, der neben einem in die Jahre gekommenen Volksmusikbarden steht und sich die Seele aus dem Leib zetert, genügt schon, um mich gedanklich die Flinte anlegen zu lassen. Vielleicht gebe ich dem Trenki-Game von klarmobil aber doch noch eine Chance, denn als Zielscheibe huscht auch mal der Mecker-Bayer durchs Bild – und der Genuss, diesen Unsympath virtuell zu erlegen, macht auch den damit einhergehenden Punkteverlust beim alpinen Ballerspiel wett. In diesem Sinne: Waidmanns Heil!
Ähnliche Artikel (tag-basiert):
- Bitte nicht kleckern!
- Komm auf die dunkle Schokoladenseite!
- Halbzeitsound mit NBA-Pappkameraden
- Schussgewaltige Langeweile
- Leck-Spiele in der Keksfabrik


Games Lounge







