C’Mon, Footloser!
Oktober 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhalten
Es war für meine Kollegen sicherlich unglaublich belustigend anzuschauen, wie ich mit meinem schuhlosen Fuß auf der Computermaus und der eine tiefe Konzentration ausdrückenden Zungenspitze im Mundwinkel versucht habe, amöbenförmigen Fußpilzmonstern auszuweichen … und kläglich scheiterte. Rein aus Recherchegründen, versteht sich.
Wovon ich hier so kryptisch spreche, ist das in der Blogosphäre bereits oft erwähnte Onlinegame des portugiesischen Schuhherstellers Softino. Das erste fußgesteuerte Advergame ever sieht zwar gut aus und brilliert mit einer innovativen Idee. Allerdings gibt es ein paar unumgängliche Abzüge in der B-Note, denn so witzig die Idee ist, so kantig ist die Umsetzung. Sprich: Das Gameplay ist – leider – hundsmiserabel.
Aber zuerst sei der Moment vor dem Spielen betrachtet. Zur essentiellen Vorbereitung gehört, die Maus auf den Boden zu legen. Natürlich habe ich, nachdem ich das getan habe, meine rechte Hand ganz automatisch auf das verwaiste Mauspad gelegt. Ein typischer Anfängerfehler. Wenn man dann seinen Fuß aus dem Stiefel befreit und auf den Navigations-Nager gelegt hat (der Alptraum für jene mit Fußekel), kann es auch schon losgehen. Eigentlich. Denn es offenbaren sich zwei grundlegende Probleme: 1.) Die Auslegware unseres Bürobodens verhindert das erfolgreiche Navigieren des Cursors und 2.) Die motorischen Fähigkeiten des durchschnittlichen europäischen Fußes sind für solche Aufgaben definitiv zu rudimentär.

So lässt sich erklären, dass ich die Zehn-Sekunden-Marke bezüglich der Spieldauer nicht knacken konnte, denn entweder habe ich mit dem Cursor immer wieder Hindernisse touchiert oder – was noch häufiger vor kam – der Cursor schnippte einfach aus dem Bild. Von einem sonderlich lang andauernden Spielspaß kann da nicht die Rede sein. Echten Spaß haben hier eigentlich nur die Betrachter der ungelenken Verrenkungen.
Schade ist’s! Aber wer weiß, mit ein paar technischen Verbesserungen liegt die spielerische Zukunft vielleicht ja im „Foot-Gaming“. Der Grundstein ist mit Softinos Gehversuch bereits getan.
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