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Echter Kerl, zero Hirn

Juni 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhalten

Es lädt und lädt und dann … endlich! Ach nein. Es lädt immer noch. Da kann man schon mal mit dem Kopf auf den Tisch knallen, während man beim Warten auf das fertig geladene Game von Coca-Cola Zero eingenickt ist. Sollte es dann doch endlich soweit sein, erscheint erstmal, natürlich, der „Buffering“-Schriftzug für das Video-Intro, welches jedoch zugegebenermaßen sehenswert ist – vor allem für Männer. Überhaupt ist das ganze Spiel seeeehr auf Männerfantasien zugeschnitten. Zur Erklärung: Ziel des Spiels ist das erfolgreiche “Absolvieren“ dreier Dates mit drei verschiedenen Ladies im selben Gebäude. Natürlich geht es darum, die Damen zufrieden zu stellen, denn sonst fangen diese an zu zicken. Ist doch wie im echten Leben, nicht wahr? Als sei das nicht schon genug, muss man(n) sich auch noch vor einem feindlichen Casanova in Acht nehmen, der einem die Chicks, also die Beute, streitig machen will. Als unterstützendes Date-Doping stehen dem Spieler verschiedene Gadgets zur Verfügung. Wie wärs etwa mit dem Bettwäschewechsler aka Cleansheet-Tool? Die gesamte Mission gilt jedenfalls als gescheitert, wenn die Zufriedenheitsskala einer der Frauen auf den Nullpunkt gesunken ist.

Das Game führt konsequent die Marketingstrategie der restlichen Werbekampagne weiter. Wieso zielt diese eigentlich so rabiat auf junge Männer mit Ego-Problemen? Vielleicht, weil sich zuckerfreie Limo beim weiblichen Klientel auch ohne großen Werbeaufwand verkaufen lässt? Oder fährt Coca-Cola einfach nur auf die vermeintlich harte Machomasche ab? Wer weiß. Frauen, die sich in die Machohöhle begeben und das Spiel austesten, sollten jedenfalls aufpassen, dass bei soviel testosteronfördernem Input nicht ein Bart zu sprießen beginnt.

cokegame

Der programmiertechnische Aufwand in allen Ehren, aber in der technischen Umsetzung sowie der inhaltlichen Gestaltung ist es dann leider doch ein Flop. Schade.

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1 Kommentar »

  1. [...] Damit ist die kreative Einbahnstraße von Axe sogar noch einfacher gepflastert, als jene von Coke Zero. Der „Axe-Effect“ ist mittlerweile so abgehalftert, dass es fast in den Synapsen schmerzt, [...]

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