Kafka, Keen und Capri-Sonne
Juli 2009 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Grenzwertig. Oder wie würden Sie es beschreiben, wenn eine Handvoll Kinder durch unsachgemäße Handhabung einer Packung Capri-Sonne unwiderrufliche körperliche Behinderungen von sich trägt, die wiederum als zentrales Gadget für sechs Micro-Games herhalten müssen? Da wäre zum Beispiel Betty. Das Mädchen springt im illustrativen Clip zur Backstory mittels Pogo-Stecken (Commander Keen, R.I.P.) auf eine Tüte des safthaltigen Getränkes und sieht sich eine Verpuffung später in ein grässliches Hybridwesen verwandelt vor. Und muss fortan als biomechanisches Katapult andere Kinder durch den Kleingarten bolzen.

Oder Whoopee, die durch unsachgemäße Handhabung der Capri-Sonnen-Tüte in einen monströsen Unrumpf gemorpht wird. Das erinnert auf jeden Fall alles an den leidlich viel zitierten Gregor Samsa. Als der nämlich eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich auch in ein schreckliches Ungeziefer… Sie verstehen schon. Wie mag man so etwas beurteilen? Schräg, sicherlich. Geschmacksneutral ist das Konzept allerdings mitnichten. Die Kids werden ingame übrigens Disrespectoids genannt. Grenzlustig. Dann doch lieber “Fetti und die Unterschichtenbande”:
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