Die Hölle ist pink
März 2009 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Gender ist, was andere draus machen. Oder Mattel dafür hält. Zielgruppenklischees hin oder her, wenn die Wanne voll ist, passt auch keine noch so schlankgedrechselte Barbie-Puppe mehr mit hinein. Anders gesagt: Wer noch dem seligen Glauben anhaftet, dass es beim Dialog Barbie - Web mit einer leidlich pinken Pumps-Tapete im Hintergrund getan ist, irrt sich. Aber gewaltig. Barbie.de macht sich nicht mal den Hauch von Mühe, auf subtile Art und Weise clever zu sein, sondern entpuppt sich ist eine knallrosa Klickarena, mit der sich die BPjM vielleicht ernsthaft auseinandersetzen sollte. “Dressing up for Pyjama-Party” und so. Geschenkt, spielen kann man dort jedenfalls auch.
Und zwar die ganze Bandbreite: Puzzleteile schieben, Ken einen neuen Style verpassen, Barbie eine modische Fresse Frisse anheim fallen lassen und, was sicherlich noch der interessanteste Part ist, in Anlehnung an Guitar-Hero Lieder zu spielen. Das Prinzip ist klar : Rhytmisches Auffangen gelber Taler nach primär visuellen Kriterien.

Mädels, lernt Schlagzeug spielen, baut Sandburgen oder, meinetwegen, wünscht Euch zum Geburtstag ein Pferd. Aber verliert Euch bitte nicht allzu sehr in dieser plastepinken Welt. Denn die ist, und das muss man neidlos anerkennen, dafür besipielhaft gut erfolgreich architektiert. Mit Club, Ausdruckmöglichkeiten, P13-Abteilung, virtuellen Geburtsurkunden, massig Zeug zum Spielen und jeder Menge Barbie.
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Ich mochte eigentlich Barbie in den Achtzigern. Aber mittlerweile ist die Plastepuppe eher “next-topmodel”-merchandise als normales spielzeug für vorpubertäre Mädchen. Zeiten ändern sich.
Was ist denn heutzutage noch “normales spielzeug für vorpubertäre Mädchen”? ;))