Der Tampon im Farbtopf
Oktober 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhalten
Leider, leider ist der diesjährige Sommer mittlerweile wirklich und tatsächlich Geschichte und wir müssen uns mit nass-kaltem Nebelwetter und diesig-dunklen Herbsttagen begnügen. Um nun den Trost nicht einzig im hautzellenzermürbenden Solarium suchen zu müssen, gibt es im Web kleine Advergames, die versuchen, einen Hauch des sommerlichen Barcadi Strandfeelings erneut herauf zu beschwören. So beispielsweise das o.b. Game (einen anderen Namen hab ich nicht gefunden), das sich auf der “Teenie”-Seite der Tamponmarke befindet. Nicht nur die Spielfiguren erinnern an Wii Sports oder “die Powerpuff Girls”, sondern auch der Inhalt. Es geht nämlich um – Überraschung – Sport! Ballsport genauer gesagt. Ok, für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen: um Beachvolleyball. Das dabei eher sportirrelevante Ziel des o.b. Games ist, den ‘Look’ der Spielfigur durch knackige Bräune, einem schicken Badeanzug oder ‘ner Designer-Sonnenbrille mittels Punkteklauberei zu verbessern.
Vielleicht hätten die Macher des Spiels sich mehr an dem Spieleziel orientieren sollen – denn der Look des Games lässt vermuten, dass die Konzipierung unter LSD-Einfluss entstand. Die flächige und ziemlich knallige Farbverteilung und gaaaaanz besonders diese gehirnwaschenden o.b.-Banden am Spielfeldrand sind nicht gerade augenschmeichelnd. Und da soll keiner anfangen zu behaupten, junge Mädchen hätten einen Hang zu knallig-poppigen Dingen! Das mag ja durchaus so sein, aber auch Teenager haben einen Sinn für Farbabstufungen!

Bei Stimmungstiefs und grauen, dunklen Tagen kann dieses krasse Kolorit der Bonjour-Tristesse-Agonie vielleicht ein wenig entgegenwirken. Allerdings ist es nur in gaaanz kleinen Dosen zu ertragen … Insgesamt ergibt das die Note ‘Naja’.
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